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Der Gänsemännlein - Brunnen

 
Initiale

s war einmal ein Bauer im Knoblauchsland. Der zog eines heißen Sommertages mit zwei Gänsen im Arm zur Stadt, um sie für ein Bier zu verkaufen. Schwitzend lief er durch die Felder auf die Tore Nürnbergs zu. Die Sonne stach vom Himmel und der Bauer wurde kraftlos vor Durst. Er schleppte sich voran, den Blick in die Ferne auf die Türme der Nürnberger Burg gerichtet. Verzweifelt blickte er sich nach einem Bächlein um. Er brach zusammen und blieb am Wegesrand liegen.

Auf einmal schnatterten die Gänse um ihn herum. Es war ihm, als ob er aus der Ferne Stimmen hörte. „Trink, trink...“. Der Bauer erwachte und richtete sich auf. Es waren wahrhaftig die Gänse, die da redeten. Aus ihren Schnäbeln plätscherte ein klarer Strahl. Er trank das köstliche Wasser und erholte sich prächtig. Die Gänse hatten ihm das Leben gerettet. Er machte sich sofort auf, um sie wohlbehalten zu seinem Hofe zurückzubringen.

Als der Bauer nach längerer Zeit den Nürnberger Obstmarkt be¬suchte, erblickte er in der Mitte des Platzes sich selbst. Da stand er als erzenes Männlein mit zwei Gänsen im Arm, aus denen das Wasser sprudelte. Der Bauer fragte ein Marktweib, wer denn das Kunstwerk gemacht habe: „Herr Labenwolf.“ Verwirrt zog der Bauer heim ins Knoblauchsland zu seinen Gänsen.

Er hatte die drei Raben längst vergessen, die während des wundersamen Ereignisses über ihm kreisten und alles dem Nürnberger Künstler Laben¬wolf berichteten.

Die Geschichte vom Gänsemännlein und der Entstehung des Brunnens (1540) wird erlebbar im Zimmer 22: die drei Raben erzählen sie. Wenn Sie den Brunnen sehen wollen, fahren Sie nach Weimar und betrachten die Kopie. Oder Sie gehen zu Fuß von unserem Hotel aus auf den Rathausplatz beim Nürnberger Hauptmarkt und sehen das Original.