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Ritter Eppelein

 
Initiale

s war einmal ein Raubritter der den Nürnbergern das Leben schwer machte. Sein Name war Eppelein von Gailingen. Nach vielen Jahren gelang es den Ratsherren, den Ritter in den Fünfeckigen Turm auf der Burg zu sperren. Man verurteilte ihn zum Strange. Nach der Tradition wurde er nach seinem letzten Wunsch gefragt.

Er begehrte, im Burghof noch einmal auf seinem Pferde zu sitzen. Hinter den Mauern der Burg lag ein tiefer Graben, und so gewährte man ihm den Wunsch. An allen Toren wachten unzählige Soldaten. Eppelein ließ das Pferd langsam tänzeln, blickte die Reihe der Wachen entlang und richtete dann seine Augen unbemerkt zur freistehenden Burgmauer.

Dort standen keine Wachen. Die Mauer gab den Blick frei auf das unbegrenzte Land hinter dem Graben, in den der Burgfels steil hinabfiel. Weiße Wolken schwebten über den Wäldern und Wiesen in der Ferne. Die Freiheit. Über dem Ritter kreisten ein paar Raben.

Da gab Eppelein dem Pferd die Sporen, der Gaul bäumte sich auf, schoß auf die Mauer zu - und stieß sich mit seinen Hufen von der Brüstung ab. Reiter und Pferd flogen von den Raben umgeben über den Graben und setzten sanft auf dem sumpfigen Boden der gegenüberliegenden Seite auf. Mit dröhnendem Gelächter verschwand der Ritter in den Wäldern.

Seither sind die Spuren der Hufe von Eppeleins Pferd tief in den Sandstein jener Brüstung eingegraben.

Die Hufabdrücke in der Brüstung vor dem Fünfeckige Turm auf der Burg sind ein Muß für jeden Besucher Nürnbergs. Sie befinden sich dort wohl seit dem 14. Jahrhundert. Wenn Sie allerdings im Zimmer 25 wohnen, könnten Sie sich den Weg zur Burg ersparen. Die Hufabdrücke des Ritter Eppelein im Sandstein finden Sie nämlich auch hier. Ansonsten ist das Zimmer berühmt für seine mitten im Raum stehende Badewanne.